13. Feb, 2009
Der CCC hat heute auf seiner Website einen ihm zugespielten Vertragsentwurf über die geplante Internetzensur veröffentlicht. Demnach soll die Liste von Webseiten welche die Provider sperren sollen geheim bleiben. Das bedeutet der Staat filtert Informationen aus dem Netz und der mündige Bürger hat nicht mal die Möglichkeit herauszufinden was denn nun gesperrt wurde. Damit schafft sich der Staat eine Zensurinfrastruktur, die sich außerhalb demokratischer Prinzipien bewegt. Niemand hat die Möglichkeit zu kontrollieren was zensiert wird!
Werden tatsächlich nur Websites mit kinderpornographischem Inhalt ausgefiltert oder womöglich auch Seiten die dem Staat in irgendeiner anderen Weise nicht in den Kram passen? Wer kontrolliert die Leute, die meinen die Informationen kontrollieren zu müssen?
Außerdem stellt sich die Frage, was kann ein Serverbetreiber tun der zu unrecht auf so einer Liste gelandet ist? Erstmal stellt sich die Frage, kann er durch diese Art der Geheimhaltung überhaupt herausfinden das sein Server in Deutschland auf einer schwarzen Liste steht? Und was bekommt der Internetuser zu sehen der eine soche Seite an surft? Womöglich einen Text der Art “Diese Seite enthält kinderpornographische Materialien und wurde deswegen gesperrt“? Im schlimmsten Fall ist das Rufmord, wenn sich dieser Websitebetreiber gar nichts hat zu schulden kommen lassen. Jedenfalls wird er erstmal pauschal als Kinderficker abgestempelt… Das ist natürlich keine schlechte Sache um z.B. staatskritische Blogger loszuwerden ;)
Ich bin mal gespannt, ob und wie lange sich die Leute das alles gefallen lassen. Jedenfalls ist es hier nicht mehr weit bis wir chinesische Verhältnisse haben.
2. Feb, 2009
Da die Betreiber von 123people.de immer noch nicht auf meine Beschwerde regiert haben, habe ich noch eine weitere Email gesendet:
Guten Tag,
ich hatte ihnen gestern eine Email geschrieben, in der ich Sie aufgefordert hatte die Profilseite mit persönlichen Daten von mir [...] zu entfernen und sämtliche Daten von mir aus Ihren Beständen zu löschen. Dieser Aufforderung sind Sie bis jetzt noch nicht nachgekommen! Überhaupt haben Sie sich bis jetzt noch garnicht zu dem Thema geäußert.
Ich fordere Sie mit dieser Email nochmal dazu auf die oben genannte Profilseite die Sie ohne mein Einverständnis von mir erstellt haben sofort zu entfernen und sämtliche Daten die Sie über mich besitzen zu löschen! Wenn Sie sich weiterhin nicht zu dem Thema äußern werde ich die Löschung der Daten auf rechtlichem Weg durchsetzen müssen!
Desweiteren möchte ich Sie darauf hinweisen, dass ich alles was dieses Thema betrifft, auch sämtlichen Schriftwechsel, auf meinem Webblog veröffentlichen und dokumentieren werde, auch wenn Sie meinen garnicht reagieren zu müssen.
Mit freundlichen Grüßen,
Bin mal gespannt ob ich von dem Verein überhaupt noch eine Antwort bekomme…
1. Feb, 2009
Die Auswüchse des Profilings und Data-Minings im Internet nehmen immer schlimmere Züge an. Bisher war es so, dass Daten heimlich verkauft wurden und man davon immer erst was mitbekommen hat wenn es zu spät war. Seit neustem wird sich aber nichtmal mehr bemüht, die Weiterverbreitung persönlicher Daten vor dem Bürger zu verstecken.
Zufällig bin ich vorhin mit einigen Bekannten auf die Website 123people.de gestoßen. Und wir mussten feststellen, dass dort vollständige Webprofile über uns zu finden waren. Das geht über Websites auf denen man irgendwie auftaucht, über Amazonprofile, Telefonnummer und Adresse(!!!) bis hin zu Fotos! Tatsächlich war dort ein altes Bewerbungsfoto von mir zu finden, was dort definitiv nicht hingehört! Auch eine Freundin musste feststellen das dort zu erkennen war, dass sie sich mal auf einer Website gegen Nazis eingetragen hatte und sie einmal bei einem Gewinnspiel gewonnen hat – Unvorstellbar welche Gefahr daraus entstehen könnte, wenn auch noch ihre Kontaktdaten öffentlich werden sollten!
Als ich zuhause war, habe ich erst einmal eine Email an die Betreiber der Website geschickt und der unerlaubten Verwendung meiner Daten widersprochen:
Guten Tag,
über Google bin ich heute zufällig auf Ihre Website gestoßen und musste feststellen, dass Sie ohne meine ausdrückliche Erlaubnis personenbezogene Informationen über mich veröffentlicht haben! Sogar Fotos von mir waren auf der unrechtmäßig angelegten Profilseite über mich zu finden!
[...]
Ich verlange die sofortige Löschung aller über mich veröffentlichten und nichtveröffentlichten Daten aus Ihren Beständen! Sollten Sie dieser Aufforderung nicht folge leisten, werde ich mein Recht auf informationelle Selbstbestimmung auf rechtlichem Weg durchsetzen.
Meine Bakannten haben natürlich auch sofort eine Löschung ihrer Daten gefordert. Ich bin mal sehr gespannt ob und wann da etwas passiert. Aber auf sich beruhen lassen werd ich die Angelegenheit bestimmt nicht wenn dieses Profil über mich nicht verschwindet.
Ich meine: Klar irgendwo ist man sicherlich auch selber Schuld, das derartige Daten überhaupt erst im Internet auftauchen. Aber es ist was anderes ob man sich jetzt bewusst bei z.B. studiVZ anmeldet und dort etwas über sich veröffentlicht, oder ob jemand daher kommt und von allen möglichen Seiten Informationen zusammenträgt und diese geordnet und für jeden Hanz und Franz frei einsehbar auf einer Profilseite zur Verfügung stellt! Ausserdem möchte ich selber bestimmen, wo ich im Internet auftauche und wo nicht…